WASSER – VON DER ENTNAHME BIS ZUR AUFBEREITUNG

Bevor das Wasser nach der Aufbereitung zu Trinkwasser vom Wasserwerk Sipplinger Berg aus über ein weitverzweigtes Leitungsnetz an hunderttausende Endkunden fließen kann, muss es aus dem Bodensee entnommen und auf den Berg gepumpt werden. Dafür ist an allen Standorten eine Reihe von technischen Lösungen erforderlich, hier im Querschnitt schematisch dargestellt für den Standort Pfaffental.

DIE ENTNAHME IM SEE

Am bestehenden Standort Süßenmühle wird das Bodenseewasser durch drei Entnahmeleitungen in 60 Metern Tiefe entnommen. Sechs große Rohwasserpumpen befördern das Wasser durch zwei Druckleitungen auf den Sipplinger Berg. Dort wird es in drei Reinigungsstufen aufbereitet. Die neu geplanten See-Wasserwerke am Standort Süßenmühle bestehen aus den Entnahmebauwerken und jeweils einer zusätzlichen Aufbereitungsstufe. Sie werden an die vorhandenen Druckleitungen zum Sipplinger Berg angebunden. Die bestehende Entnahmeanlage soll zurückgebaut werden, sobald die zwei neuen Wasserwerke im Einsatz sind.

Ein weiteres See-Wasserwerk soll an einem neuen, abgesetzten Standort im Pfaffental errichtet werden.

Die neuen Entnahmeleitungen

Die Quagga-Muschel siedelt auch in den Entnahmeleitungen. Die bereits bestehenden Leitungen (Süßenmühle) können konstruktionsbedingt nicht gereinigt werden. Daher müssen sie ersetzt werden. Im Pfaffental werden direkt neue, reinigungsfähige Entnahmeleitungen verbaut. Die Reinigung der Siebe erledigen heute bereits Taucher.

Die Aufbereitung: Ultrafiltration

In allen Wasserwerken wird künftig eine neue Aufbereitungstechnologie zum Einsatz kommen: Die Ultrafiltration. Dabei wird das Wasser durch ultrafeine Membrane gefiltert. So werden Feststoffe, Algen und Mikroorganismen wie Viren und Bakterien entfernt. Die Larven der Quagga-Muschel können die 0,2 Mikrometer großen Poren der Membran nicht passieren und werden somit sicher zurückgehalten.

Die Druckleitungen

Das Wasser wird von den Wasserwerken am See auf den 310 Meter höher gelegenen Sipplinger Berg gepumt. Dabei fließt es an jedem Standort durch zwei Druckleitungen. In Süßenmühle sind diese bereits vorhanden, in Pfaffental müssen zwei neue Leitungen gebaut werden. Diese verlaufen fast gerade auf zwei Kilometern. Der Verlauf ist als möglichst kurze Strecke geplant, weil dadurch weniger Energie aufgewendet werden muss. Zudem ist der Bau kostengünstiger und führt zu geringeren Eingriffen in die Umwelt.

Der Tunnel

Für die beiden neuen Druckleitungen vom Pfaffental bis zum Sipplinger Berg wird zumindest auf einer Teilstrecke ein Tunnel gebaut. Derzeit wird noch untersucht, ob es für die komplette Strecke einen Tunnel geben wird – möglicherweise in Abschnitte aufgeteilt – oder die Leitungen im weiteren Verlauf in einem Graben in die Erde verlegt werden.

Die Stromversorgung

Der Standort Süßenmühle ist an das Stromnetz angeschlossen, doch auch die neuen Pumpen- und Filteranlagen haben einen hohen Energiebedarf. Der Strom dafür muss direkt aus dem Hochspannungsnetz der Netze BW entnommen werden. Für diesen Anschluss wird eine Freiluftschaltanlage nahe der B31n benötigt. Von dieser führen 110-kV-Kabel, derzeit geplant als Erdkabel, durch den Tunnel bis ins Pfaffental.

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Teresa Brehme
Unternehmenskommunikation
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