Tag des Wassers: Bodensee-Wasserversorgung investiert Millionen in eine zukunftssichere Trinkwasserversorgung für Baden-Württemberg

Der Tag des Wassers am 22. März steht 2020 unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Die Bodensee-Wasserversorgung beschäftigt sich intensiv damit, wie sich der Klimawandel auf den heimischen Wasserbedarf auswirkt – und investiert Millionen in das „Projekt Zukunftsquelle“.

 

Stuttgart, 20.03.2020 –2018 und 2019 waren in Deutschland die wärmsten Jahre, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In den immer häufigeren Hitze- und Trockenphasen wie im Dürre-Rekordjahr 2018 stieg der Bedarf an Wasser kontinuierlich an. Das lebensnotwendige Trinkwasser kommt für Millionen Menschen in Baden-Württemberg, für Industrie und Landwirtschaft aus dem Bodensee.
„Gerade in den Sommermonaten fragen die Kommunen in unserem Zweckverband deutlich mehr Wasser nach“, berichtet Christoph Jeromin, Technischer Geschäftsführer der Bodensee-Wasserversorgung. „Mit dem Projekt ‚Zukunftsquelle‘ sichern wir die Trinkwasserversorgung für kommende Generationen.“
Das Projekt begegnet dem Klimawandel mit drei zentralen Maßnahmen: Ein Ausbau der Wasserentnahme, eine höhere Ausfallsicherheit und eine hochmoderne Filtertechnik.
• Neue Anlagen zur Wasserentnahme erhöhen die Förderkapazität in Spitzenzeiten. Sie ersetzen die bestehenden Anlagen, die in weiten Teilen seit 60 Jahren in Betrieb sind und sich allmählich dem Ende ihrer Lebensdauer nähern. Genügend Wasser ist vorhanden: Die Bodensee-Wasserversorgung entnimmt nur rund ein Prozent des durchfließenden Wassers aus dem See.
• Künftig wird das Wasser an drei Stellen aus dem See entnommen statt wie bisher an einer. Zwar liegen bereits heute drei Entnahmeleitungen im See, durch die Wasser einströmt – allerdings in ein einziges Werk, von dem das Wasser zur Trinkwasseraufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg hochgepumpt wird. Die neuen Werke sind auf zwei Standorte verteilt, was die Ausfallsicherheit deutlich erhöht und künftige Reparatur- und Modernisierungsarbeiten erleichtert.
• Der Klimawandel beeinflusst auch die Wasserqualität und begünstigt beispielsweise Algenblüten. Hinzu kommen menschengemachte Belastungen durch Spurenstoffe aus Chemikalien oder Medikamenten. Seit 2016 beschäftigt die Quagga-Muschel die Wasserversorger, da sie sich explosionsartig im See vermehrt. Die Muschel setzt sich in den technischen Anlagen und Rohren fest, das Entfernen erfordert einen hohen Reinigungsaufwand. Um die sehr hohe Trinkwasserqualität dauerhaft zu sichern werden die neuen Werke mit modernster Ultrafiltrationstechnologie ausgestattet.

„Wir Trinkwasserversorger sind systemrelevant, wie auch die aktuelle Situation zeigt. Daher ist es umso wichtiger, dass wir langfristig denken“, sagt der Kaufmännische Geschäftsführer Michael Stäbler. „Das Projekt Zukunftsquelle wird eine nachhaltige Lösung für die nächsten Jahrzehnte sein. Die Umsetzung wird viele Jahre dauern und voraussichtlich mehrere hundert Millionen Euro kosten. Aber das sollte uns unser Trinkwasser wert sein.“

Weitere Informationen zum Thema Klimawandel finden Sie unter:

www.bodensee-wasserversorgung.de/bodensee/klimawandel/


Ansprechpartner
Maria Quignon, Pressesprecherin
Telefon 07551 / 833 11 56
Mobil 0160 / 97 23 60 17

Weitere Informationen über die Bodensee-Wasserversorgung


Am 25. Oktober 1954 gründeten 13 Städte und Gemeinden den Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, um den ständig steigenden Trinkwasserbedarf mit Zusatzwasser aus dem Bodensee zu decken. Heute versorgt die Bodensee-Wasserversorgung über ihre 183 Mitglieder insgesamt 320 Städte und Gemeinden mit etwa vier Millionen Einwohnern jederzeit und in ausreichender Menge mit bestem Trinkwasser aus dem Bodensee.

Das Wasser wird aus dem Überlinger See in etwa 60 Meter Tiefe dem Bodensee entnommen und mit sechs großen Pumpen bis in die circa 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg gefördert. Dort wird das ohnehin schon gute Bodenseewasser mit Mikrosieb-, Ozon- und Filteranlagen zu einem Trinkwasser sehr hoher Qualität aufbereitet.

Die Kapazität der Förder- und Aufbereitungsanlagen beläuft sich auf etwa 9.000 Liter in der Sekunde; an einem Tag dürfen maximal 670.000 Kubikmeter Wasser dem Bodensee entnommen werden. Rund 1.700 Kilometer meist großkalibriger Rohrleitungen leiten das Trinkwasser bis in den äußersten Norden des Landes.
Heute gibt die Bodensee-Wasserversorgung an ihre Verbandsmitglieder etwa 130 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr ab. Mit dieser Aufgabenstellung ist sie der größte Wasserversorgungszweckverband in Deutschland.