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Naturfremde Stoffe (Spurenstoffe)

Spurenstoffe

Mit dem Ansteigen unseres Lebensstandards und unserer Gesundheit gewann seit Mitte der 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts der Einsatz von naturfremden Stoffen und Substanzen wie z.B. Schädlingsbekämpfungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel, hormonell wirksame Stoffe, Industriechemikalien, Körperpflegemittel oder künstliche Süßstoffe zunehmend an Bedeutung.
Die Rückstände oder die Abbauprodukte dieser Substanzen befinden sich auch im Wasserkreislauf und werden dort nicht oder nur teilweise abgebaut. Sie werden als anthropogene (menschengemachte) Spurenstoffe in Konzentrationen von Millionstel (µg/L) oder Milliardstel Gramm pro Liter (ng/L) in den Gewässern nachgewiesen.
Die Bodensee-Wasserversorgung untersucht seit Jahren regelmäßig diese anthropogen bedingten Spurenstoffe über die gesetzlichen Regelungen hinaus im Rahmen von entsprechenden Monitoring- bzw. Untersuchungsprogrammen im Roh- und Trinkwasser. Durch die Aufbereitung des Seewassers zu Trinkwasser werden unerwünschte Substanzen nahezu vollständig entfernt.

• Trinkwasser ist ein Naturprodukt. Wie jedes Naturprodukt trägt es heute den Fußabdruck der menschlichen Zivilisation und ihrer Errungenschaften. Alles was heute produziert, verbraucht und entsorgt wird hinterlässt Spuren in der Umwelt, also in der Luft, im Boden und auch im Wasser.

• In der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) ist festgelegt, welche Substanzen in welcher Menge im Trinkwasser vorhanden sein dürfen. Die dort festgelegten Grenzwerte sind so ausgelegt, dass bei lebenslangem Genuss von Trinkwasser keine Gefährdung zu besorgen ist. Für Stoffe, die noch nicht von der Trinkwasserverordnung erfasst werden, werden vom Umweltbundesamt (www.uba.de) sogenannte „gesundheitliche Orientierungswerte (GOW)“ entwickelt und veröffentlicht.

• Die Konzentrationen, in welchen Spurenstoffe auftreten, sind sehr gering:
   Um beispielsweise die Wirkstoffmenge einer Schmerztablette (z.B. Ibuprofen 400 mg) zu sich zu nehmen müsste man 40 Millionen Liter auf einmal trinken.
   Um die Konzentration von 1 Nanogramm/Liter Zucker im Bodensee zu erzeugen, muss man die Menge von 50 kg Zucker im Wasser des Bodensees auflösen.

• Die Wasserversorgungsunternehmen sind nicht ursächlich für das Vorkommen von anthropogenen Spurenstoffen in den Gewässern verantwortlich. Der Einsatz von naturfremden Stoffen und ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser ist vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

• Nach bisherigen Erkenntnissen liegen keine Hinweise vor, die auf eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch anthropogene organische Spurenstoffe im Trinkwasser hindeuten. Die gesetzlich festgelegten Beurteilungskriterien und die behördlichen Empfehlungen werden im Trinkwasser aus dem Bodensee weit unterschritten.

Unser Wissen über die genauen Wirkungsmechanismen ist jedoch begrenzt und über das Verhalten dieser Substanzen in der Umwelt liegen nur bedingt ausreichende Daten und gesicherte Erkenntnisse vor. Daher besteht entsprechender Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die human- und ökotoxikologische Bewertung. Zudem ist es erforderlich, den Eintrag dieser Substanzen in die Umwelt rasch und konsequent zu verringern.

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