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Phophat und Fischerei

Fischer fordern einen höheren Phosphatgehalt im Bodensee

Aufgrund des hohen Nährstoffeintrags in den 1960er und 70er zu 3 Jahren war der See überdüngt. Diese Eutrophierung führte u.a. zur drastischen Erhöhung der Phytoplankton-Biomasse (Algen) und damit zu hohen Fischerträgen.
Um die Funktionsfähigkeit und die ökologische Stabilität des Bodensees auch für zukünftige Generationen sicher zu stellen, bedurfte es international koordinierter Anstrengungen. Bis heute wurden von den Anrainern mehr als 4 Milliarden Euro in Gewässerschutzmaßnahmen am Bodensee investiert.

Durch den Ausbau der Kläranlagen im gesamten Einzugsgebiet des Bodensees und dem weitgehenden Verzicht von Phosphat in Waschmitteln konnte der Phosphorgehalt kontinuierlich auf 0,006 mg/L (Obersee) bzw. <0,005 mg/L (Überlingersee) gesenkt werden. Diese Werte liegen immer noch über den natürlichen und historisch belegten Werten.

• Die Bodensee-Wasserversorgung  lehnt einen höheren Phosphateintrag in den See ab.
Sie engagiert sich seit jeher für einen sauberen Bodensee, denn Trinkwasser ist ein Naturprodukt. Ein See mit einem stabilen Ökosystem ist die Grundlage für eine naturnahe Aufbereitung und somit für ein natürliches Endprodukt.

• Die bereits durchgeführten Reinhaltemaßnahmen des Sees waren sehr erfolgreich und die jetzt hervorragende Wasserqualität darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.

• Der Klimawandels lässt eine zunehmende Erwärmung des Seewassers, Veränderung der Schichtungs- und Zirkulationsvorgänge, unzureichende Tiefenwassererneuerung und geringe Sauerstoffkonzentration am Seegrund erwarten. Diese Veränderungen können die Wasserqualität gefährden, ein nährstoffarmes Gewässer kann diesen Veränderungen besser trotzen.  Die Bodensee-Wasserversorgung lehnt eine Verschlechterung des heutigen Zustandes der Wasserqualität ab.

• Wenn in den Kläranlagen dem Abwasser Nährstoffen (z.B. Phosphat) entzogen werden, werden gleichzeitig auch unerwünschte Spurenstoffe wie Schwermetalle, Industriechemikalien, Pflanzenschutzmittel oder Arzneimittelwirkstoffe zurückgehalten. Eine Verminderung der Reinigungsleistung der Kläranlagen ist mit den Zielen des Gewässerschutzes und dem Anspruch nach sauberem Trinkwasser nicht vereinbar und wird von der Bodensee-Wasserversorgung abgelehnt.